Migration darf kein Zwang sein und ihr Wert muss erkannt werden: Erster Bericht der "Weltweiten Kommission zur Internationalen Migration" der UN

01.12.2005

Die vor rund zwei Jahren gegründete unabhängige UN-Organisation „Global Commission on International Migration“ (Weltweiten Kommission zur Internationalen Migration – GCIM) veröffentlichte Anfang Oktober 2005 ihren ersten Bericht. UNO-Generalsekretär Kofi Annan formulierte die Aufgaben der Kommission zu ihrer Gründung so: „Sie kann dazu beitragen, internationale Normen und wirkungsvolle Maßnahmen zu formulieren, die die Migration im Sinne aller regelt.“

Knapp zwei Jahre später löste die Kommission dieses Versprechen ein und legte ihren Bericht „Migration in an interconnected world: New directions for action“ vor.

Im Zentrum des Berichts stehen sechs Handlungsempfehlungen. Zuerst soll der Zustand der – oftmals aus vielfältigsten Gründen – erzwungenen Migration abgelöst werden, von der „Migration nach Wahl“. Das heißt, alle Menschen sollen zuerst einmal die Möglichkeit bekommen, in ihrer Heimat glücklich zu werden: „Frauen, Männer und Kinder sollten die Möglichkeit haben, ihr Potenzial, ihre Bestrebungen und die Anerkennung ihrer Menschenrechte in ihrem Heimatland zu entfalten und aus freien Stücken migrieren, nicht aus einer Not heraus.“

Zweitens sollen die Auswirkungen der Migration auf das Herkunftsland wie auf das Aufnahmeland stärker in den Fokus gerückt werden: „Den Wert, den Migranten sowohl bei der Entwicklung und Armutsbekämpfung in ihren Herkunftsländern, als auch bei der Erhaltung des Wohlstandes in den Aufnahmeländern darstellen, sollte anerkannt und gefördert werden.“ Deshalb sollte die internationale Migration ein integraler Bestandteil von nationalen, regionalen und globalen Strategien für wirtschaftliches Wachstum werden.

Außerdem seien die Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch Integration, der Schutz der Rechte von Migranten, die Enttabuisierung des Themas „illegale Migration“ und eine verbesserte Zusammenarbeit bei der Steuerung von Migration zwischen den einzelnen Staaten wichtig.

Weitere Informationen und den kompletten Bericht gibt es unter der Internetadresse: www.gcim.org 

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Forum Migration Dezember 2005" entnommen.